Donnerstag, 7. Oktober 2010

Erstes Dodgeball Spiel

... oder wie auf Tauben schießen... (07.10)

Heute hatten wir unser erstes Dodgeball Spiel. Das ist eine Art Völkerball aber die Regeln sind etwas anders und auch der Ball ist weicher und fliegt nicht nicht schnell. Sonst kann man es aber ganz gut vergleichen.
Wir haben also recht schnell ins Spiel gefunden, da wir es ja aus Schulzeiten noch alle kannten das Spiel. Man spielt hier jeweils 9 Spiele á 5 Minuten oder bis eine Mannschafft gewonnen hat. Wenn man 5 aus den 9 Spielen erfolgreich gemeister hat, kann man aber auch noch bis 9 weitermachen, wenn der Gegner Lust hat. Unserer hatte es... und so haben wir sie letztendlich 8:1 abgezogen.
Zwischenzeitlich war es allerdings etwas langweilig, denn es waren einige Frauen bei unserem Kontrahenten dabei. Wenn die am Ende alleine noch im Feld waren, war es nur noch eine Frage der Zeit bis wir alle abgeschossen hatten. Das Problem war, dass sie nicht genug Kraft hatten, den Ball über unser Feld zu den Mitspielern zu werfen. Wir konnten somit eigentlich jeden Ball abfangen und wieder zurückwerfen.
Unser Team heißt übrigens: Inglorious European Bastards. Als Anlehnung an einen erfolgreichen Film des letzten Jahres. Da wir anfangs nur Deutsche waren wollten wir uns eigentlich "Inglorious German Bastards" nennen (also exakt wie der Film), da aber noch einige Franzosen und Schweizer dazugestoßen sind, haben wir den Namen erweitert.
Das nächste Spiel ist dann 22 Uhr am Dienstag. Wenn wir das auch noch gewinnen, stehen unsere Chancen ganz gut in die Play-Offs zu kommen. Dazu müssen wir dann noch 2-3 der nächsten 5 Spiele gewinnen und dann sieht es ganz gut aus, noch ein paar mehr Spiele im K.O. Modus bestreiten zu können.
Auf jedenfall hat es riesig Spaß gemacht. Teamspiele haben doch einen ganz anderen Reiz, als nur Sport um des Sport willens. Da geht es um Sieg oder Niederlage und das alleine schon lässt den Adrenalinspiegel steigen... ein gutes Gefühl *GG*.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Abenteuer Wochenende im Algonquin Provincial Park

... oder wie man das Glück für ein Wochenende bucht... (01.10-03.10)

An diesem Wochenende waren wir im Algonquin Provincial Park. Der liegt eigentlich nördlich etwa 4 Stunden entfernt. Dort war gerade der Indian Summer. Der Park strahlt durch die verschiedenen Ahornarten dort in Rot und Gelb, das ist der Wahnsinn. Wenn ich eigentlich sage, meine ich damit den Weg der zu bevorzugen wäre. Allerdings kann man auch bis zu 5,5h brauchen. Unsere kleine Truppe (der Rest wollte nicht zelten, 0-4°C waren denen zu kalt, die haben ein Hotel genommen und waren auch nur 1 Tage da, aber wir wollten das ultimative Natur Abenteuer). Wir bestand aus 2 Franzosen, einem Schweizer und einer Australierin. Aber ich will nicht mittendrin anfangen...

Denn das Abenteuerwochenende begann viel früher :-) Am morgen hatte geplant meine "Hausaufgabe für die Uni" fertig zu machen. Da die aber enorm kniffelig war, hab ich das Angebot des Professors angenommen und hab mir von ihm nochmal ein paar Tipps geholt. Anschließend ging es zu seiner/meiner Arbeitsgruppe die ich nun auch schon ein wenig kenne (echt dufte Typen!). Die haben mir dann offenbart dass ich auch ein anderes deutlich übersichtlicheres Programm nutzen kann für die Hausaufgabe. Das Programm war leider nur auf einem der Rechner im Labor installiert, so dass ich es dort machen musste. Also bin ich im Labor geblieben bis zur nächsten Vorlesung und nicht nochmal nach Hause (was sich später noch rächen sollte). Also konnte ich auch nicht meinen vorbereiteten Entwurf für die Masterarbeit (für das Treffen am Nachmittag) holen, sondern hab ihn einfach nochmal im Labor ausgedruckt. Nach dem das Treffen mit meinen beiden Professoren hier an Uni Waterloo wegen meiner Masterarbeit (was super lief... nur es gab ein Problem... ich hab eigentlich ein Projekt für eine ganze Doktorarbeit designed... also werde ich wohl nur einen Teil davon schaffen, aber gut...) zu Ende war, bin ich direkt zu Avis mit dem Bus gefahren, wo ich einen Tag zuvor ein Auto reserviert hatte. Als ich dann fast da war, hab ich bemerkt, dass mein Führerschein unter dem Stapel der ausgedruckten Entwürfe für meine Masterarbeit lag. Toll... ohne den bekomm ich das Auto nicht. Irgendwie haben wir das Glück an diesem Wochenende aber für uns gebucht gehabt. Denn beim Aussteigen aus dem Bus hab ich einen Bekannten wiedergetroffen, der auch ein Auto ausgeliehen hat. Der war dann auch so nett und hat mich kurz nach Hause gefahren und dann wieder bei Avis abgesetzt, also hab ich doch noch mein Auto bekommen :-)
Ich war dann auch nicht schlecht überrascht als wir einen Jeep bekommen haben... ein cooles Auto. Vor allem für unser Vorhaben an dem Wochenende gab es nichts besseres als einen geländegängigen Allradler. Und auch einen Stromanschluss von 110V (also normale kanadische Steckdose) hatte das Auto. Nach dem Einkauf ging es dann auch los. Als wir gerade losfahren wollten und ich den Parkplatz verlassen haben, war meine erste Frage als Fahrer: "Ok, jetzt links oder rechts vom Parkplatz herunter?". Ich wusste zwar wo die nächste Highway Auffahrt war, aber als Gag fand ich das lustig. Leider war das kein Gag... denn keiner hat sich über den Weg informiert, jeder hat sich auf jemanden anders verlassen *G*. Und eine Karte hatten wir auch nicht (was sich an diesem Tag auch wieder rächen wird). Da ich meinen Laptop zum Filme gucken mitgenommen hatte (nachdem wir festgestellt hatten wir haben ja Strom zum Aufladen), ging es nochmal kurz zu Uni und dort haben wir uns dann Karte und die Routenbeschreibung direkt aus dem Auto auf den Laptop heruntergeladen. Nun konnte es wirklich losgehen.
Die Autofahrt war auch recht angenehm, bis wir dann uns irgendwann gefragt haben. Wann und wo müssen wir eigentlich den Highway wechseln? Schön und gut die Karte heruntergeladen zu haben, aber dann sollte man sie sich auch ansehen. Nach einem kurzen Stop haben wir festgestellt dass wir schon knapp 80km zu weit waren. Also den nächsten Highway nach Norden (selbst die Highways sind hier zum Teil im Schachbrett Muster angelegt). Leider haben wir auch den irgendwie verpasst, so dass wir den nächsten genommen haben. Auf einer weiteren Pause haben wir dann die letzte Energie vom Laptop gezogen, so dass wir ihn laden musste. Leider hatte aber keiner bedacht, dass mein kanadisches Stromkabel 3 Pins hat, die Steckdose aber nur 2! (3 polige enthalten glaube ich eine Ableitung, die aber nicht zwingend notwendig ist). Ok, also wieder ohne Karte und dann noch auf einem kleinen schlecht ausgeschilderten Highway. Nachdem wir uns irgendwann sicher waren: "Ok, das sieht nicht danach aus, als ob wir hier wenigstens im entferntesten richtig sind" war mein Vorschlag... "Hey! Ich hab einen Kompass, ich weiß dass wir von hier nur nach Norden müssen...". Leider war der Kompass ganz unten im Kofferraum, also haben wir es sein gelassen. Also weiter zur nächsten "Stadt. Dort haben wir dann auch noch einen Subways gefunden der offen hatte. Leider hatte der Verkäufer keinen Plan wo wir lang müssen. Wir haben uns dann aufgemacht und haben im letzten noch geöffneten Kiosk eine Karte von Ontario erwerben können. Zurück im Auto kam dann auch der Subways Verkäufer wieder und hat uns eine Google-Maps Routen Beschreibung mitgebracht, die er schnell zuhause ausgedruckt hat. Das gibt es auch nur in Kanada!
Von da an war es eigentlich kein Problem mehr zum Park zu kommen. 50km vor dem Parkeingang haben wir uns dann 1.30 Uhr auf die Suche nach einer Möglichkeit gemacht einfach nur irgendwo unser Zelt aufzustellen. Die ersten paar Seitenstraßen waren wenig erfolgreich, doch dann haben wir was gefunden. Da hat es sich ausgezahlt einen Jeep zu haben, denn mit einem normalen Wagen wäre man dort nicht hingekommen. Im Licht der Scheinwerfer und meiner Kopfleuchte (danke Jan für die Empfehlung der Kopfleuchte damals im SfU... gute Entscheidung...!) haben wir dann schnell die Zelte aufgebaut und uns schlafen gelegt. Temperatur war so etwas oberhalb des Gefrierpunktes. Mit meinem Schlafsack geht das ja... Dachte ich zumindest. Ein wenig kalt an den Beinen war es dann doch...
Am Samstagmorgen sind wir dann schnell aufgebrochen, wir wollten ja keinen stören. Erstes Ziel: Tim Hortons! Zumindest war das der Plan. Da wir keinen fanden gab es Frühstück im Auto und Kaffee gab es dann später bei Algonquin Outfitters (siehe Bild). Ein toller uriger Outdoor Laden. Dort hab ich mir dann eine Thermo Unterhose, perfekt für die anstehende Tour und die zweite Nacht im Zelt, gegönnt (die hab ich auch bis zum Verlassen des Park Sonntag Abend nicht mehr ausgezogen). Ausgestattet mit ein paar Tipps und Vorschlägen von den Verkäufern ging es in den Park. Unser Plan war ein Zweitages Trip mit allem Gepäck und Übernachten an einem Zeltplatz im Hinterland des Parks. An der Information wurde uns dann der letzte Zeltplatz angeboten... Glück gehabt... dachten wir... denn um den zu buchen müssen wir zum Eingang dieses Wanderweges fahren... 20 Minuten Autofahrt. Zum Glück hat der nette Mann dort mal kurz angerufen. Nach einiger Anspannung waren wir dann auch dort und an der Reihe und ja... der Platz am See im Hinterland war noch frei. Der letzte auf dem gesamtem 35 km langen Wanderweg. Nun war auch alles organisiert. Es war 12 Uhr Mittags unser Ziel stand fest die Rücksäcke waren geschultert und los gehts! (Website of the Algonquin Park: Highland Backpacking Trail is an overnight backpacking trail with loops of 19 and 35 km in length. The challenging trail can be accessed from the Highland Backpacking Trailhead near the Mew Lake Campground, Schwierigkeit: Hoch, Steile Anstiege, Schrägen, spitze Kehren).

Nach 1,5h Stunden der erste tolle Ausblick. Gruppenfoto! Mit 5 Leuten die alle wirklich Natur sehen wollen macht das auch wirklich Spaß so ein Trip. Danach weiter zu einem schönen Platz zum Mittag essen. Dort wollten wir Ravioli machen, doch leider ging unser Kocher nicht... naja... es ging... aber kalt schmecken die nur halb so gut. Gestärkt ging es dann weiter. Ein paar kurze Regenschauer haben uns den ganzen Tag über auch begleitet.
Nach einer kurzen Hochrechnung unserer bisherigen absolvierten Distanz und der noch vor uns liegenden waren wir ein wenig verblüfft. Noch 4 Stunden zu gehen und dann werden wir wohl gerade so noch im Licht angekommen. Aber mit ein wenig Durchhaltewillen, Durchhaltesprüchen und kurzen Pausen haben wir es sogar noch vor unserer geplanten Zeit geschafft! Zelte aufstellen, Holz sammeln und dann Abendessen am Lagerfeuer. Ein paar nette Kanadier hatten uns auch erklärt wie man den Kocher anwirft, somit hatten wir dann auch warme gebackene Bohnen (leider war es das einzige mal dass er funktioniert, am Sonntag hat er wieder gestreikt). Bis etwa 11 haben wir den sternenklaren Himmel und das vollkommen regungslose Wasser des Sees genossen, in dem man sogar den Sternenhimmel gespiegelt sehen konnte. Super... und 3 Sternschnuppen haben dann den Tag perfekt gemacht. Das hätte man nicht erwartet nachdem am Nachmittag das Wetter sehr durchwachsen war. Erschöpft haben wir uns schlafen gelegt und diesmal hab ich dank meiner Thermohose eine wirklich angenehme Nacht gehabt.
Der Sonntag begann dann mit einem ordentlichen Frühstück. Brot und Erdnussbutter (ich hätte nie gedacht dass ich die mal wirklich mögen werde, aber mittlerweile liebe ich sie!) und dann ging es weiter. Obwohl wir 11 Uhr losgelaufen sind, war uns klar dass wir auch wieder nur kurze Pausen machen dürfen, sonst kommen wir erst im dunkeln an. Das hat uns irgendwie aber irgendwie nicht davon abgehalten in einem der nächsten Seen baden zu gehen. Mittag haben wir dann auch dort gemacht. Da leider der Kocher den Dienst verweigert hat, haben wir schnell ein Feuer gemacht. Auch haben wir leider feststellen müssen, dass wir zuwenig Wasser haben. Na gut, aber eine Alternative gibts nicht. etwa 15km noch vor uns, und pro Nase nur 500mL. Das heißt also kurze Pausen und rationiertes Wasser... irgendwie war das aber toll. Das hat gerade den Reiz des Trips ausgemacht... Zähne zusammenbeißen, das Abenteuer genießen, in der Natur sein und auf einigen Komfort verzichten und einfach weiter nach vorne.
Und ob ihr es glaubt oder nicht... wir kamen mit dem letzten Sonnenstrahlen am Auto an! Irgendwie froh da zu sein, aber auch ein wenig traurig den Park verlassen zu müssen und den tollen Trip zu beenden. Die Rückfahrt war dann auch ereignislos und die Dusche nachts um 1 im eigenen Haus und dem anschließenden warmen Bett war auch sehr angenehm.

Mehr Bilder könnt ihr wie immer in einem Online Bilderarchiv sehen. Den Link findet ihr in der rechten Spalte neben dem Blog.

Sonntag, 26. September 2010

Erste Wochen Studium

... Tuberkulose negative... *Sarkasmus on* oh, was für eine Überraschung *Sarkasmus off* ...

Die ersten beiden Wochen des Studiums sind rum und man merkt recht schnell dass es hier etwas anders läuft als in Deutschland. Die Assignments (eine Art Hausaufgaben) sind recht umfangreich und sollen über das gesamte Semester auf die Klausur vorbereiten. Als Anreiz gehen abgegebene Assigments mit in die Endnote ein, wohingegen in Deutschland ja alles von einer einzigen Klausur abhängt. Kann man jetzt denken was man will, für einige Fächer (wo man rechnen muss) ist es glaube ich ganz praktisch, bei Fächern wo es um Konzepte verstehen geht, finde ich es etwas mühsam...
Als ich meine Kurse hier geplant hab, ist mir direkt ein böser Schnitzer unterlaufen... Ich habe "TTh" (in der Spalte: Zeitpunkt der Vorlesung) als einen Schreibfehler gedeutet. Ungünstigerweise bedeutet es tatsächlich "Tuesday AND Thursday", also Dienstag und Donnerstag (und nicht wie ich dachte nur Donnerstag). Daher musste ich einen Kurs streichen. Muse einen neuen heraus zusuchen hatte ich nicht wirklich, da die Vorlesungen ja auch schon angefangen hatten. Auch sollte der Kurs nur "Außerfachliche Veranstaltung" sein. Getreu dem Motto, schau dir was interessantes an und erweitere deinen Horizont, so dass du als ein alsseits gebildeter Student die Universität verlässt (und nicht als Fachidiot ;-) ). Daher wollte ich mir verständlicherweise so wenig Arbeit wie möglich machen und ein gesamter Kurs hier ist echt Arbeit. Daher hab ich mich entschlossen, das erstmal ruhen zu lassen und beginne stattdessen direkt mit meiner Masterarbeit. Wie viel Zeit ich im Labor haben werde muss man sehen, aber Planung und einige Sachen werde ich schon schaffen. Da bin ich jetzt auch schon eine ganze Ecke weiter. Mit den beiden Professoren die mich hier betreuen werden (da das Projekt in dem ich mitarbeite eine Gemeinschaftsprojekt der Beiden ist) hab ich schon gesprochen... nächsten Freitag werden wir dann über mein erstes erstelltes Konzept und meinen Zeitplan reden. Auch meinen dt. Professor (Dübel, yes!) habe ich schon überzeugt mein Erstreferent zu sein. Und auf mindestens einer Konferenz soll ich die Ergebnisse auch vorstellen, wenn es klappt sogar auf 2 Konferenzen. Achja, mindestens ein Paper wollen wir auch daraus machen. (Für die Leute die im Fachgebiet stehen... ich werde versuchen monoglykosylierte monoklonale Antikörper herzustellen, dabei werde ich Antikörper in Ínsektenzellen produzieren und eine stabil exprimierende CHO-Zelllinie etablieren, die den gleichen AK herstellt... anschließend werde ich die beiden unterschiedlich glykosylierten AKs mit Enzymen versuchen die so umzuwandeln, dass es nur noch die eine gewünschte Glykosylierung gibt... da das Projekt im Ingenieurwesen angesiedelt ist, soll der Prozess natürlich möglich effizient und günstig sein) Sorry für das Fachgesimpel ;-)
Auch wurde ich letzte Woche erfolgreich negativ auf Tuberkulose getestet (was für ein Zufall...). Ist halt eine Standarduntersuchung die man machen muss, wenn man neu nach Kanada kommt. Wegen meiner Hyposensibilisierung gegen die Allergie war ich auch beim Arzt... ungünstigerweise möchte die zuständige Krankenschwester mir das nicht verabreichen, da sie die europäischen Standards nicht kennt, nicht weis ob sie das Serum überhaupt verabreichen darf usw... aus dem Grund werde ich Mittwoch nochmal zum Arzt gehen und das mit dem besprechen... Aber vermutlich hätte ich es mir auch sparen können, die Sachen mitzubringen.
Naja, sonst ist das Leben hier sehr angenehm. Für das Wochenende hab ich mich auch mal was gutes zum Essen gegönnt. Das kostet dann auch direkt mal 10$ pro Portion, aber einmal pro Woche muss das sein. Jetzt hoffe ich nur, dass es nicht daran scheitert, dass ich nur kleine Töpfe habe *G*. Aber irgendwie wird das schon...
Nächstes Wochenende geht es dann in den Algonquin Park. Das wird vermutlich dann der Höchststand der Färbung des Parks sein (überwiegend durch die Blätterfarbe des kanadischen Ahorns). Dann gibt es auch wieder neue Bilder. Wie wir dort schlafen muss man sehen. Ich bin für Zelt, auch wenn es kühl ist, aber für mich ist das auch leicht zu sagen, wenn man das mit Abstand beste Equipment hat im Vergleich zu den anderen. Aber eventuell finden sich noch 1-2 und wir können im Park ein bisschen Kanu fahren und dann Abend einen tollen Zeltplatz suchen.

Mittwoch, 15. September 2010

Einkauf, nächtliche Fototour und erste Tag Uni

... nachts ist die Uni Waterloo so spektakulär wie am Tag ... (13.09-14.09)

Postzustellung ist in Kanada eine schwierige Sache. So hängt es nicht nur davon ab, wie groß das Paket ist, sondern manchmal auch davon wie weit man vom Absender entfernt ist. Genauso kompliziert ist es auch ein Paket zu erhalten. So hatte ich eine Bestellung bei Dell aufgegeben. Da ich leider nicht da war, wurde mir ein Zettel an die Tür gehängt. Ok... geht man halt wie in Deutschland zur Postfiliale und holt es dort ab. Dort angekommen, wurde mir aber schnell klar, dass das nicht funktioniert. Leider möchte Dell da übergenau sein und erlaubt der Post das Herausgeben des Pakets nur wenn Empfänger und Abholer einen übereinstimmenden Pass haben. Leider wollte ich mir das Paket nicht nach Braunschweig schicken lassen, sondern natürlich an meine Adresse in Kanada. Somit kann das nicht übereinstimmen und nichts da mit Paket bekommen ...
Die Angestellten waren aber so freundlich und haben mir die Nummer des Kundenservice herausgesucht und ich durfte das Telefon nutzen. Nach einer halben Stunde und vielen "Bitte warten Sie ich verbinde Sie weiter" und "Entschuldigen Sie bitte ich muss ihre Daten eben eingeben" war ich dann endlich am Ziel... nein, nein... das Paket was ich schon in der Hand hatte bekomme ich nicht, sondern es wird mir kommenden Montag nochmal zugestellt (ist der einzige Tag an dem ich garantieren kann, dass ich wirklich da bin). Verrückte Welt...

Aber da ich schon einmal bei der Mall war, habe ich die Chance auch direkt genutzt um mir einen Adapter vom amerikanischen zum europäischen Netz zu besorgen. Die sind hier so gut wie nicht erhältlich und auch in dem Laden hab ich sowas nicht gesehen. Also Verkäufer fragen... der hat mir dann auch was empfohlen. Leider musste ich 2 Stunden später feststellen, dass es nicht für meine Zwecke funktioniert sondern nur für Kanadier die nach Europa reisen... ok... heißt ich muss die Tage nochmal da hin.

Merke: Service ist wie in Deutschland davon abhängig wo man hinkommt ;-)

Da mein Blitzt jetzt nun aber wunderbar funktioniert und ich 1,5 Stunden im Fotogeschäft war (eine Vergleichsweise kurze Zeit davon haben wir gemeinsam allerdings nur für die Einstellung des Blitzes gebraucht... jetzt funktioniert es einwandfrei). Das war wirklich echt cool... auch ein bisschen fachsimpeln über Fotoapparate und lästern über die besch... beschränkte Namensgebung der Kameras (die gleichen Modelle heißen in Europa, Amerika und Europa jeweils unterschiedlich). Habe dann abends die Chance auch direkt genutzt um nochmal auf Erkundungstour zu gehen... naja so viel zu sehen war ich Laufreichweite auch nicht...
Heute war dann auch endlich mein erster Tag in der Uni mit einer Vorlesung. Naja... zumindest war das so geplant. Letztlich war aber der Prof. nicht da (für Masterkurse beginnt die Vorlesungszeit erst nächste Woche). Das hab ich eben aber erst erfahren, weil ich den Professor kurz gefragt habe, wann die Vorlesung beginnt. Wieder was dazugelernt. Das war aber gar nicht so schlimm, dafür hab ich 2 Masterstudenten getroffen mit denen wir dann 2 Stunden bei Sonnenschein auf der Terasse des Grad Houses (dort haben nur Graduierte, also Studenten die ihren Master machen, Einlassen... ich bin offiziell kein Graduierter, allerdings hat sich da bisher keiner dran gestört) saßen und haben Pancakes gegessen.

Morgen habe ich dann meine erste Vorlesung. Da diese nicht für Master ist wird die auch stattfinden. Da es eine Grundvorlesung ist, wird die wohl sehr voll sein... aber ok ich hab es mir ja ausgesucht. Zum Glück ist Mittwoch der einzige Tag an dem ich 8.30 Vorlesung habe... an allen anderen muss ich erst etwas später da sein.

Sonntag, 12. September 2010

Road Adventure

... oder wie man ein Fahrrad in den Kofferraum eines Ford Mustang bekommt ...

Am Sonntag hatte ich mir vorgenommen mein Rad zusammenzubauen, nachdem ich es für den Flug zu ziemlich komplett auseinander nehmen musste. Zum Glück hatte ich da Hilfe. Das Zusammenbauen war dann einfacher, nur die Federgabel wollte nicht auf Anhieb so wie ich wollte, aber letztendlich musste sie doch klein beigeben. Zunächst hatte ich geplant nur eine kleine Runde zum Testen zu drehen. Als ich dann aber nach einer Tour geschaut habe, fand ich eine nette 40km Runde. Die bin ich dann gefahren... oder zumindest hatte ich das geplant. Anziehen, Wasserflasche füllen und los. Die Runde hatte ich mir aufgeschrieben wo ich langfahren muss und wo ich abbiegen musste. Das war auch alles kein Problem. Hier gibt es ja nur 90° links, 90° rechts oder geradeaus... das macht es etwas einfacher. Doch zunächst wollte ich meine Reifen aufpumpen. In Deutschland mach ich das ja standardmäßig an der Tankstelle. Doch hier ging das nicht. Die Geräte dafür sind vorhanden, muss muss allerdings vorher einen Dollar reinschieben... leider hatte ich aber kein Kleingeld mit, so musste ich dann die Tour mit nur 2,5 anstatt 5 bar fahren. Ok, es ging ja ohnehin nur um den Weg und das Training.
Wie gesagt zuerst lief alles glatt, doch an einer Stelle hab ich eine Straße übersehen zu nehmen. Das Problem war dass sie in Wirklichkeit viel kleiner war als mir Google-Maps das angezeigt hat und so hab ich mich verfahren. Kurz hinter besagter Stelle war eine Kreuzung, dort ging es erstmal gerade aus... das bedeutet hier aber wirklich Kilometerweit gerade aus... nur alle 500m mal ein kleiner Schotterweg nach links oder rechts von der Straße weg, der zu einem Farmerhaus führt. Die haben dann hier auch keine Straßennamen mehr, sondern dann hat das Haus einfach eine Nummer wie 509864. Sollte doch mal ein etwas längerer Schotterweg da sein, heißt er 1st Lane oder 3rd Street.
Naja, irgendwann bin ich dann umgekehrt, weil ich wusste dass ich falsch sein musste. Also zurück und die nächste Straße ausprobieren, die erwieß sich wieder als Fehlschlag und so langsam wurde es Zeit den Rückweg anzutreten... auf dem Hinweg bin ich an der besagten Kreuzung vorbeigefahren. Dort war auch Kitchener ausgeschildert, die nächste größere Stadt bei Waterloo, also habe ich mich dafür entschieden. Mittlerweile hatte ich über 45km in den Beinen, das Wasser war fast leer und mein Akku war auch fast leer (hatte ja nicht damit gerechnet). Ungünstigerweise wurde aus der Straße ein Highway und die Anzahl der Autos und Trucks die mit 90 an mir vorbeifuhren stieg allmählich. Also dann doch nur den Seitenstreifen benutzen, irgendwie musste ich ja schleunigst Richtung Waterloo kommen, denn Licht hatte ich natürlich auch nicht. Aber die Seitenstreifen sind unbefestigt, dass hat die Angelegenheit extra erschwert. Als dann das nächste Schild Kitchener erschien und noch 20km prophezeite musste ich mir was überlegen. Ausgepowert, noch über 20km zu fahren (Kitchener ist ja nach dem wo man rauskommt nochmal eine halbe Stunde von Waterloo entfernt), fast dunkel und dadurch schon wieder etwas frischer hab ich mich entschlossen auf dem Highway vom Rad zu steigen ... und per Anhalter weiterzufahren, denn aus eigener Kraft war es nicht zu schaffen.
In Kanada sind ja alle Leute nett und hilfsbereit. Ob ich das in Deutschland gemacht hätte bin ich mir nicht sicher... und wenn dann hätte ich vermutlich eine halbe Ewigkeit gewartet. Ich hatte eigentlich erwartet, dass irgendjemand mit einem PickUp anhält, ich mein Fahrrad hinten rein werfe und bis Waterloo mitfahre um die letzten Meter selbst zurück zulegen. Aber nach 2-3 Minuten den Daumen raushalten rief mir jemand zu in einem Ford Mustang... er war Paramedic (das sind hier die Krankenhelfer die die Sänitätswagen fahren wenn man die 911 (=Notruf) anruft). Nachdem ich beide Räder ausgebaut habe (eins hat reingepasst, dass andere hatte ich vorne auf dem Schoss und das Fahrrad hing zum Teil raus, ging es los. So stellt man sich einen Kanadier vor ;-) Wir haben uns über so gut wie alles unterhalten und wir hatten unseren Spaß damit einige Sachen von Kanada und Deutschland zu vergleichen und über die "Yankees" zu schimpfen... So kommt man wirklich mal mit Kanadiern in Kontakt, die nicht gleich Studenten sind. Ich hab bei der Fahrt einiges gelernt und es war wirklich aufregend... hat sich quasi gelohnt sich zu verfahren.
Nachdem er mich direkt vor meiner Haustür abgesetzt hat, war dann auch nicht mehr viel mit mir anzufangen. Essen machen und noch ein wenig mit meinen Mitbewohnern quatschen und dann war der Abend auch schon zu Ende.
... die nächste Tour wird besser geplant und für den Notfall etwas energiehaltiges eingepackt... mittlerweile weis ich auch wo ich die Straße verpasst habe...