Sonntag, 6. Februar 2011

Schneeschuh Wanderung (04.02-06.02)

... oder wie man mal wieder vom Bussystem enttäuscht wird ...
 
An diesem Wochenende haben wir das gute schneereiche Wetter genutzt und haben uns ein paar Schneeschuhe geliehen. Die gibt es im Outdoor Club der Uni. Die verleihen die für 3 Dollar am Tag und das Wochenende zählt da nicht. Das lohnt sich wirklich, gerade weil die in richtig Outdoor Shops so etwa das dreifache kosten. Das einzige Problem ist nur das man immer Pfand hinterlegen muss. Da hier immer noch (für mich vollkommen unverständlich) sehr viel über Checks läuft geben die meisten immer nur einen Scheck ab. Aber wenn man wie ich hier nur ein Konto hat um die Studiengebühren zu bezahlen, dann hat man auch keine Schecks und so muss man die 200$ immer in bar hinterlegen. Da freuen die sich auch immer unheimlich wenn sie dann erstmal 50 Scheine á 20$ bekommen (für uns alle 5 zusammen), da ungünstigerweise die Geldautomaten hier immer nur 20$-Scheine ausspucken. Natürlich mussten wir die erstmal ausprobieren und so haben wir die uns dann direkt mal angeschnallt und sind quer über den Campus durch einen halben Meter Schnee marschiert. Da gute ist das man doch etwas weniger einsinkt durch die größere Fläche, allerdings sinkt man doch mehr ein als ich es erwartet hätte. Also man schwebt damit leider nicht einfach direkt über Neuschnee. Aber das gute ist auch dass die Krallen dran unterhalb des Schuhs angebracht haben, so dass man auch auf vereisten Stellen und Steigungen keine Probleme hat. Insgesamt also ganz cool, nur das man aufpassen muss nicht mit der Ferse bergab auf festen Untergrund tritt und der Vorderteil des Schneeschuhs ist ohne Belastung... das endet dann nämlich zwangläufig damit dass man erstmal schön nach vorne umkippt. Ist uns dann auch nur nur einmal passiert an diesem Wochenende.
Am Samstag sind wir dann zu einer großen Tour gestartet. Von unserer Wohnung sind wir zu dritt gestartet. Das Wetter war optimal. Nicht zu kalt, am Tag vorher hat es nochmal schön geschneit und der Wind hielt sich in Grenzen. Erst mussten wir ein Stück über ein Feld und dann ging es quer durch ein kleines Waldstückchen. Dort merkt man dann doch wie vorteilhaft es ist Schneeschuhe an den Schuhe zu haben. Nach einer Weile fing es dann auch an zu schneien. Führte dann dazu das wir wieder zurück gekommen eher wie Schneemänner aussehen.

Als wir zurück waren wollten wir dann auch noch Einkaufen gehen. Leider hatten wir nicht mit der Unfähigkeit des hiesigen Nahverkehrsystems gerechnet... Beim Nachschauen 5 Minuten bevor wir loswollten stellten wir fest dass die Busse am Wochenende ab Mittags immer ein paar Minuten früher fahren als gewöhnlich, so dass wir statt 5 Minuten nur noch 1 Minute hatten... Naja, am Ende war es auch egal da wir auch rausfanden dass der Bus den wir nehmen wollten um 6 Uhr Abends der letzte war. Somit wären wir dann zwar zur Kaufhalle aber nicht mehr zurück gekommen. Naja, wieder ne Lektion gelernt...

Dienstag, 4. Januar 2011

Québec, die Zweite

Auf dem Weg von unserer Cottage nach Montréal hatten wir das Glück an einem Informationsbüro vorbeizukommen, dass geöffnet hatte. Das gleiche Glück hatten wir kurz vor Québec nicht. Also einfach mal blind Richtung Zentrum fahren, vielleicht erkenne ich irgendeine Stelle auf dem Weg wieder. Und tatsächlich ich hatte noch nicht alles vergessen und so sind wir sogar nur eine kleinen Umweg gefahren und sind am Hotel angekommen (das gleich wo ich im Sommer schon war, daher war es möglich es auch so zu finden). Da wir für uns 5 Leute wieder nur ein 4er Zimmer gebucht hatten sind wir dann auch wieder getrennt ins Hotel. Zum Glück ist das Best Western dort so groß dass dort ohnehin keiner zuordnen kann zu welchem Zimmer man gehört (im Gegensatz zu Montréal wo das Hotel nur 30 Zimmer hatte und man immer klingeln musste um eingelassen zu werden).

Nach der üblichen Runde durch das alte Québec (im Winter genauso schön wie im Sommer) wo ich mich sogar recht erfolgreich als Guide versuchen konnte gings in nem Pub. Da haben wir nett gegessen und auch direkt mal ein Hausbier bestellen wollen (der Pub hieß St. Alexandre). Man hatte 4 verschiedene zur Auswahl St. Alexandre hell, blond, braun oder dunkel. Ganz beeindruckt das die selber Bier brauen haben wir direkt mal gefragt ob die das hier direkt im Haus brauen. Darauf konnte uns der Kellner leider nur sagen, dass sein Chef mal auf die Idee kam Moosehead (ein Bier von der Atlantikküste) als St. Alexandre zu verkaufen... Ich konnte mir da das Lachen nicht ganz verkneifen. Das tolle war, dass wir die ganze Zeit live Musik hatten. Eine Gitarre, ein Mann. Flüssig in englisch und französisch und in beiden Sprachen hat er gesungen. Ich muss zugeben seit ich hier bin mag ich französische Musik immer mehr.

Am nächsten Tag gings dann nochmal ne Runde durch die Stadt und hinauf auf die alten Wehranlagen. Das Museum darin ist leider nur in den Sommermonaten geöffnet. Der Grund ist die Kaserne die sich noch immer in der Festung befindet und im Einsatz ist. So kamen wir dann also nur bis zur ersten Wachen...

Da ich das meiste schon gesehen hatte hab ich meine Kamera diesmal nicht mitgenommen. Aber dennoch war es schön wieder mal in Québec zu sein. Bevor wir am nächsten Tag zurückfahren musste (insgesamt 9 Stunden) haben wir uns am Abend zuvor nochmal im Zimmer ausgeruht. Einige andere von uns waren noch im Hoteleigenen Whirlpool. Dort haben sie sich mit einer Professorin unterhalten die ein wenig erstaunt war, dass wir nur 80$ pro Nacht zahlen. Sie zahlte so um die 150$ für etwa das gleiche Zimmer. Ein Hoch auf hotwire.com ...

Bevor unser Urlaub dann nun letztendlich zuende ging haben wir nochmal an den nahegelegenen Montmorency Falls gehalten. Auch wenn sie kleiner sind als die Niagara Falls fand ich sie mindestens genauso schön wenn nicht sogar besser. Liegt wohl auch mit daran dass dort kaum Leute waren und noch nicht alles so kommerzialisiert ist. Und... wer hat denn schon mal nen Wasserfall im Winter gesehen.

Als wir dann nach dieser für kanadische Verhältnisse gerade mal mittelmäßig langen Strecke angekommen waren, gabs dann noch das letzte Bier des Urlaubs und wir haben die ersten unserer Mitbewohner kennengelernt. Ich bin in diesem Term damit wirklich zufrieden. Die räumen sogar mal selbstständig auf und schaffen den Müll weg... ich hatte nicht mehr daran zu glauben gewagt *G*. Demnächst werden wir nochmal uns mit Schneeschuhen bewaffnen und ne Runde um Waterloo marschieren, aber da ich mittlerweile an meiner Masterarbeit herumwerke ist nicht unbedingt mehr Zeit als vorher. Allerdings werden wir über die Reading-Week im Februar mal nach Boston und New York fahren und eventuell komm ich Ende April mal nach Vancouver ...

Samstag, 1. Januar 2011

Silvester in Montréal

Nach den rühigen Tagen auf unserer Hütte ging es dann wieder etwas weiter richtig Europa (sowohl geographisch als auch gefühlt). Montréal ist in vielen Belangen viel europäischer als man es von Waterloo und der Umgebung kennt und so war es mal wieder richtig angenehm dort zu sein.
Nachdem wir unser kleines poppeliges Hotel gefunden haben (sah etwas runtergekommen aus und die Zimmer sahen dann auch so aus wie man es von außen erwartet hätte) wurde uns erstmal empfohlen das Auto nicht im Hinterhof zu parken, da wohl häufiger schon mal dort ein Auto aufgebrochen wurde. Also Parkplatz suchen. Das ist gar nicht so leicht, vor allem wenn man die Empfehlung von der Rezeption bekommt auf einem nahen Parkplatz zu parken und dann in deren Hotel Rezeption zu bezahlen. Der war auf einem Flyer unseres Hotels sogar als möglicher Parkplatz eingezeichnet. Dort angekommen, wurden wir aber nur verwundert angeschaut und uns ziemlich missverständlich klar gemacht, dass außer deren eigenen Hotelgästen dort noch nie jemand geparkt hat... Nach ner halben Stunde suchen haben wir dann auch ne Tiefgarage gefunden wo wir unser Auto abstellen konnten.
Als wir das letzte mal im Sommer da waren gab es keinen Grund in den Untergrund zu gehen. Diesmal haben wir uns aber vor dem Wetter versteckt und sind direkt in den Untergrund. Dort spielt sich ein Großteil des Lebens ab im Winter. Montréal hat sogar eine der größten Unterstädte in Kanada. Das Zentrum ist quasi komplett untertunnelt und dort sind dann auch Einkaufsgeschäfte, Restaurants usw. drin. Zusätzlich verbindet das System alle möglichen wichtigen und unwichtigen Gebäude, so dass man gar nicht mehr raus in die Kälte muss. Und wenn man etwas weiter muss geht man einfach noch eine Etage nach unten und ist direkt in der U-Bahn. Schon praktisch...

So haben wir uns auch wieder ein wenig die Stadt angesehen und ich kam an einige Ecken an denen ich im Sommer noch gar nicht wahr. Auch in der Cathedral de Notre Dame waren wir (hier links). Ist wirklich beeindruckend auch wenn es schon ein wenig komisch ist Eintritt für eine Kirche zu bezahlen...
Da ja gerade Winter ist haben wir es uns auch nicht nehmen lassen Schlittschuh laufen zu gehen. Im Park wird jedes Jahr eine große Eisfläche präpariert die man kostenlos nutzen darf. Nur Schlittschuhe musste man ausleihen wenn man keine hatte. Ein paar Runden bei dem sonningen Wetter zu drehen war echt angenehm. Auch den Kanadier zuzusehen war beeindruckend. Ein Vater hat da mit seinen beiden Söhnen (etwa 7-10) in bester Eishockey Manier Runden gedreht und fangen gespielt. Die anderen Schlittschuh Läufer wurden für die dann kurzer Hand mal zu Hindernissen um die man herumfahren kann. Und es schien auch nicht dass es ein großer Unterschied für die 3 war ob die jetzt vorwärts oder rückwärts laufen... Ein anderer Vater war mit seinem Kind auch auf dem Eis. Allerdings lag das noch im Kinderwagen. Eigentlich hätte es mich nicht gewundert wenn der Kinderwagen auch Kufen gehabt hätte. Wenn man die Kleinen schon so früh daran gewöhnt ist das natürlich kein Wunder wenn die genauso gut auf dem Eis sind wie irgendwo anders zu Fuß auch. Erstaunt war ich auch wieder über die hiesigen Eichhörnchen. Die haben schon so die Angst vor Menschen verloren, die sind Christoph sogar bis auf den Fuß geklettert...
Nett war auch unser Ausflug auf eine der beiden Inseln von Montréal (die Stadt selbst liegt auch auf einer Insel). Dort steht noch immer diese riesige Stahlkonstruktion von der Weltaustellung 1967. Dort befindet sich auch die Formel 1 Rennstrecke von Canada. Dort sind wir dann auch ein paar Meter langgeschlendert. Wenn man sich da vorstellt das die dort mit etwa 250km/h lang jagen... Im Casino auf der gleichen Inseln waren wir dann auch noch. Gespielt haben wir nicht. Man hätte zwar auch sein Geld beim elektronischen Pferderennen verballern können. Der Spieler der uns den Sinn davon erklären wollte hat irgendwie nicht wirklich glaubhaft machen können, dass das Spaß macht.
Am 30. Dezember sind wir dann auf der Suche nach Essen in einem Restaurant gelandet das Smoked Meat anbot. Das ist Rindfleisch 3-4 Stunden bei niedrigen Temperaturen gar geräuchert wird und mit vielen Kräutern und Gewürzen mariniert wurde. Einfach ein Traum. Vor allem wenn man dann ein Sandwich bekommt wo das Fleisch doppelt so dick war wie die beiden Sandwich Scheiben zusammen. So wünscht man sich das als Karnivor (=Fleischfresser) doch. Bild siehe unten ;-)

Am 31. waren wir dann nochmal auf dem Stadtberg und haben uns eine kleine Schneeball Schlacht geliefert bevor wir uns dann zum Alkohol kaufen begeben haben. In einem großen unterirdischen Einkaufszentrum sind wir dann auf der Suche nach einem Likörgeschäft begeben. Nachdem wir drei verschiedene Leute gefragt hatten haben wir es gefunden. Wir haben uns zwar gewundert was die meinten von wegen lange Wartezeit, denn da war gar keine Schlange... also rein da. Irgendwie war da aber nur edler Cognac und Champagner. Nach ein paar Minuten merkten wir dann dass wir mit der Treppe nach unten gehen konnten. Dort gab es dann Weine, aber das war ja eigentlich immer noch nicht was wir wollten, denn 30$ für ne Flasche Wein wollten wir nicht ausgeben. Letztendlich haben wir dann den richtigen Bereich des Ladens gefunden und uns eingedeckt. Mittlerweile wussten wir auch warum uns alle Leute gewarnt hatten uns zu beeilen, denn der Laden schließt um 6. Aber wir hatten dann ja 5 vor 6 bezahlt und verließen die Tür dann auch gleich auf dem unteren Level und oha... da war die Schlange also... etwa 20 Meter, hätte uns wohl ne Stunde gekostet und hätte bedeutet das wir Silvester auf dem Trockenen gesessen hätten. Zwischenzeitlich haben wir dann auch erfahren, dass es verboten ist von der Cognac und Champagner Abteilung des Ladens in den anderen Bereich zu laufen... Naja, Glück gehabt ;-)

Nachdem wir ein paar Runden im Hotel im Zimmer hatten ging es dann raus in die Stadt. Wir waren auf einer privaten Feier eingeladen. Irgendwie hat sich das über 3 Ecken ergeben. Wir hatten so mit 20-30 Leuten gerechnet, da man uns sagte es sei eine Studenten Party. Angekommen waren wir dann die ersten. Eine Studenten Party war es auch, aber nur von 5 oder 6 Master und PhD-students. Irgendwie ziemlich eigenartige Stimmung. Sind dann auch nicht lange geblieben und in einem nahe gelegenen Park haben wir dann um 0 Uhr den Sekt geköpft ... (ja das öffentliche Konsumieren von Alkohol ist auch in Quebec nicht erlaubt). Danach ging es dann noch in eine Bar. Ich weis bis heute nicht genau wo die ist, wir sind einfach ein wenig herumgelaufen und da quasi reingefallen, weil die keinen Eintritt wollten (selbst Bars wollten für den Abend 10$ und einige Clubs haben bis zu 120$ nur für den Eintritt genommen). Dort haben wir dann noch einige Zeit gefeiert bis dort irgendwann ein paar Schnittchen und Imbisse aufgebahrt wurden. Kam genau zur richtigen Zeit. Danach gings dann auch zurück ins Hotel, wir wollten am nächsten Tag ja dann noch nach Québec. Aber bevor wir uns dann am 01. auf den Weg gemacht haben sind wir nochmal zum Mittag in das deftige Lokal mit dem leckeren smoked beef gegangen. Vielen Dank auch an Clemens für das Bild...

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Weiße Weihnachten im Hinterland von Kanada

... oder die Geschichte von plötzlich im Schnee endenden Straßen ...

Am 22. Dezember durften wir endlich unser Auto für unseren Weihnachts/Silvester Trip abholen. Einen Minivan hatte ich schon vorreserviert, denn wir waren ja zu sechst und das mit entsprechend Gepäck. Leider hab ich mir da unter Minivan etwas Größeres vorgestellt. Naja, wird schon gehen. Als ich dann zuhause aber merkte dass man entweder einen Kofferraum haben kann oder die Sitze im Kofferraum hochklappt war recht schnell klar, dass das so nichts wird. Ok, also wieder zurück zu Chris bei Avis, wo wir immer unsere Autos mieten und einen Größeren holen. Glücklicherweise hatte er auch noch einen auf dem Hof stehen. Den durften wir dann auch gleich mitnehmen für nur 60$ mehr in 13 Tagen... Manchmal versteh ich warum alle so große Autos fahren, wenn die das gleiche kosten wie die Kleinen oder nur marginal mehr (Später haben wir im Radio gehört dass unser Van neu für nur 18.000 $ zu haben ist). Dort haben wir dann alles untergebracht, auch wenn wir da immer noch genau planen mussten wo wir was verstauen.

Mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung begann dann unsere Tour. 8-9 Stunden lagen vor uns. Und mit 2 Fahrer definitiv machbar. Die Fahrt war dann auch recht unspektakulär, bis auf die letzten 3 Stunden. Das GPS hat sich nämlich eine andere Route überlegt, wie wir sie uns ausgedruckt hatten und lotste uns dann dort lang. Im Sommer mag das ja annehmbar sein. Leider war die aber im Winter nicht wirklich befahrbar. Mit unserem großen Van kamen wir immerhin 20km weiter, bis uns dann das GPS sagte: "Bitte wenden". Als es uns dann andeutete rechts in ungeräumten Neuschnee abzubiegen wurden wir stutzig. Soll da ne Straße sein? Ein paar Meter zurücklaufen bis -10°C und tatsächlich. Da war ein Schild was andeutete das ist eine Straße... Naja, wenn wir das versuchen werden wir wohl feststecken, auch wenn es nur noch 5-8km Luftlinie zu unserer Hütte waren. Die Straße bis dahin war schon schlechter geräumt als ein Radweg bei uns in Deutschland, also doch zurück zur nächsten großen Straße und am Ende doch den Weg nehmen den wir unsprünglich ausgedruckt hatten... Hat uns dann etwas mehr als 2 Stunden gekostet, aber am Ende war es dann auch egal. Gegen 10 Uhr Abends waren wir dann endlich in der kleinen Nebenstraße in der unsere Hütte sein sollte. Ungünstigerweise hatte dort seit dem letzten Schneefall noch keiner geräumt. Links uns rechts vom Weg waren etwa 30cm hohe Schneehügel und zwischen denen und dem Wagen waren auf jeder Seite wohl nur so 10-15 cm Platz. Spannend... Viel besser war dann aber der finale Anstieg. Beim ersten Mal kamen wir nur bis zur Hälfte. Selbst mit Anschieben bewegte sich nichts. Ganz im Gegenteil der Wagen fing sogar einfach so von sich aus an zurück zu rutschen... Naja ok, Anlauf muss her, da auch nirgendwo an Umdrehen zu denken war. Also vorsichtig zurücksetzen. Naja, vom Beginn der Steigung anfangen wird nicht reichen, also weiter zurück. Nur ergibt sich da das Problem dass da 2 Kurven waren. Naja hilft ja nichts. Also 300 Meter zurück und mit 40 um die Kurven blasen mit schönen durchdrehenden Rädern und einem rutschenden Hinterteil. Das hat dann auch geradeso gereicht um sich bis nach oben hochzuziehen.
Die Hütte war dann auch echt phänomenal. Riesiges Wohnzimmer mit angegliederten Küche. Super ausgestattet und der Gaskamin ist zwar nicht ganz echt, man erspart sich aber Holz holen, Dreck und das Anmachen jedes Mal.

Die 7 Tage auf der Hütte haben wir uns dann mit Rodeln, Kartenspielen, Kochen und Relaxen verbraucht. Auch waren wir am Heiligabend im nahegelegenen Skigebiet ein wenig boarden oder Ski fahren. Inklusive Miete der Ausrüstung, Liftpass und allem anderen hat uns dass auch nur 60$ gekostet. Das war zwar nur ein kleines Gebiet, aber für einen Tag vollkommen ausreichend. Angenehmerweise war es ja auch Freitag und somit waren wir fast alleine. Wartezeite gab es nicht. Über zugefroreren Seen sind wir gelaufen, hatten eine Schneetoilette (unsere hat für ein paar Tage gestreikt), haben einen 5,6kg Truthahn zu Weihnachten verspeist und die Zeit wirklich genossen. An 2 Tagen waren wir dann auch noch in Ottawa (1,5 Stunden entfernt), weil wir wechselnde Besatzung hatten und die dort abgeholt haben. Das haben wir dann auch gleich genutzt um das Parlament anzusehen und das verschneite Ottawa zu besichtigen. Ich war allerdings überrascht dass nahezu alle Geschäfte zu hatten und auch Restaurants (Selbst Tim Hortons war zu!). Das lag wohl daran dass dort fast alles von der Regierung abhängt. Und wenn die im Urlaub sind ist dort nichts los. Zumindest dachten wir das, aber am 2. Tag haben wir festgestellt, dass das nur für die nähere Umgebung des Regierungsviertels galt. Es gab auch Ecken an denen was los war ;-)

Insgesamt eine wirklich gute Idee die Zeit auf der Hütte zu verbringen, der fiel mal so der ganze Stress von einem ab und man hat mal wieder Energie getankt. Irgendwann war die Zeit dann aber auch vorbei und es ging weiter nach Montréal für Neujahr. Aber das könnt ihr dann das nächste mal lesen.

Einige Bilder mehr könnt ihr natürlich wieder in meiner Picasa-Galerie finden.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Klausuren, Labor und Weihnachten

... oder auch warum man nachts um 3 im Labor vorbeischaut...

Ja, genau das war der Fall. Das Ziel war trotzdem dadurch länger zu schlafen, was auch funktioniert hat. Da ich Freitag Nachmittag ein Experiment angesetzt habe, welches nach 12 bis 16 Stunden analysiert werden muss, bin ich nach einer Abschiedsfeier mit Clemens und Thomas einfach nochmal kurz ins Labor gegangen. Lag ohnehin auf dem Weg und war nur für 5 Minuten. Leider hätte ich mir das auch sparen können, da es nicht funkioniert hat. Aber na gut, das wäre auch zu schön um wahr zu sein. Denn bereits vorher hatte alles ohne Probleme und größere Verzögerungen bereits beim ersten Versuch funkioniert. Daher hab ich es einfach mal drauf angelegt und den finalen Schritt ohne Zwischenkontrolle gestartet. Naja, so werde ich nochmal 1-2 Tage investieren müssen um den Grund herauszufinden, aber das ist nun mal Wissenschaft. Das Büro habe ich seit Donnerstag auch ganz alleine für mich, da alle anderen schon in ihren Weihnachtsferien sind. Im nächsten Term werde ich mich am Anfang erstmal durchsetzen müssen um eine Stamm-Schreibtischplatz zu sichern, denn da werden wir zeitweise 5-6 Leute sein, wobei es aber nur 4 Schreibtische gibt.
Die Klausuren liefen ganz gut. Für die eine konnte ich ja glücklicherweise 3 Tage lernen (das ist hier schon Luxus so viel Zeit zu haben) und für die andere immerhin 13 Stunden minus die Zeit die ich geschlafen habe. Das war ich aber froh dass ich viel davon schonmal in meinem Studium hatte, somit war das auch mehr oder minder ganz gut machbar.
Da ganz viele Leute in den letzten Tagen Kanada verlassen, finden hier im Moment ganz viele Abschiedsfeiern feiern statt. Das ist auch nicht schlecht, aber bei der Unzuverlässigkeit des Bussystems hier (man sollte ja meinen, dass die Winter gewöhnt sind, aber den Eindruck hat man manchmal eher nicht). So passiert es dann häufig mal, dass man 3-5 km zu einer Feier läuft. Das ist der Nachteil dass hier alles so weitläufig ist. Wohngegenden erstrecken sich über epische Entfernungen und so braucht man schon mal eine Weile um von A nach B zu laufen. Na gut wenigstens kann man sich gegenseitig auch mal in den Schnee schubsen, wenn man unterwegs ist. Verlängert zwar den nach Hauseweg, macht aber Laune.
Naja bald gehts dann auch für mich in die Winterferien, mal ein paar Tage erholen ;-)